HOP - Hands on Participation !

Jugendbeteiligung – damit ist die Mitbestimmung junger Menschen an sie (aber nicht zwangsläufig nur sie) betreffenden Fragen gemeint – wird in vielen Bereichen eingefordert bzw. angestrebt. Und Mitbestimmung durch junge Menschen, Kinder und Jugendliche, findet auch statt. Sie ist Grundprinzip und Selbstverständnis im Jugendverband. Sie ist gesetzlich verankerter Standard im Bildungssystem. Sie ist Anspruch in beinahe allen Bereichen der Jugendarbeit. Und sie ist häufig angestrebtes Ziel und teils gelebte Praxis in kommunaler Politik.

Dabei wirkt die Mitbestimmung durch junge Menschen zum einen in Strukturen, die diese entweder selbst organisieren und die sich direkt an sie wenden – wie die Jugendarbeit oder Bildungseinrichtungen. Zum anderen möchten junge Menschen aber auch über ihre Verbände, Jugendringe, Jugendzentren und Schulen hinaus politisch Einfluss nehmen. Diese dezidiert politische Beteiligung – zum Beispiel an kommunaler Städteplanung oder Landesschulpolitik oder Jugendpolitik – ist schon weniger selbstverständlich und kein Automatismus. Hier klafft nicht selten eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Seit langem wird viel über Jugendbeteiligung gesprochen, Leuchttürme wurden vielerorts errichtet, Good Practice wurde umfangreich beworben, verschiedenste Kriterien wurden aufgestellt. Dabei ist Jugendbeteiligung vor allem eines: sehr divers – je nach Ort und Art der Beteiligung. Und auch wenn es immer wieder erfolgreiche, vorzeigbare Beteiligungsprojekte gibt, allgemein werden die Stimmen der jungen Generation zu oft überhört, bleiben ihre politischen Einflussmöglichkeiten sehr beschränkt. Auch wenn sie hier und dort zumindest gewollt ist, wirksam ist Jugendbeteiligung leider noch immer zu selten.

Der Hessische Jugendring, der sich als Interessenvertretung aller jungen Menschen in Hessen versteht, hat dies zum Anlass genommen, die junge Generation selbst zu Wort kommen zu lassen: Was liegt im Argen in Sachen Jugendbeteiligung? Was funktioniert gut? Was muss sich noch ändern, um Jugendbeteiligung in all ihren Ausprägungen noch jugendgerechter, wirksamer und damit auch attraktiver zu machen?

Einen Tag lang diskutieren 160 junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren ihre Erfahrungen im Bereich der Jugendbeteiligung und erörtern gemeinsam neue Lösungen und Wege. Hands-on, was so viel heißt wie „Packen wir’s an!“ ist eine Einladung an alle jungen Menschen mit Partizipationserfahrungen, sich hier einzubringen und mitzudiskutieren. Der Kongress stellt einen Rahmen zur Verfügung sich auszutauschen und zu vernetzen – über die eigenen Bereiche der Partizipation hinaus, über den Tellerrand zu schauen, den Blick zu weiten auf der Suche nach neuen Lösungen und mit vereinter Stimme Forderungen aufzustellen. Für wirksame Jugendbeteiligung in Hessen – auf allen Ebenen, in allen Bereichen!